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Bach trifft Luther

2012 lädt Thüringen zum Zusammenklang von Reformation und Musik

"Wer sich die Musik erkiest, hat ein himmlisch Werk gewonnen; denn ihr erster Ursprung ist von dem Himmel selbst genommen, weil die lieben Engelein selber Musikanten sein." Martin Luther

Im Jahr 2017 wird der 500. Jahrestag der Reformation gefeiert. In der ein Jahrzehnt währenden Vorbereitung dieses weltweit interessanten Jubiläums wird die Thematik Luther und Reformation von verschiedenen Seiten aus betrachtet. So spielen zum Beispiel Politik, Bildung, und Kirche eine besondere Rolle. Das Jahr 2012 gibt dem Thema Reformation und Musik, Luthers Ansichten zur Kirchenmusik, den Folgen und bedeutenden "Nachfolgern" wie Johann Sebastian Bach oder Heinrich Schütz besonderen Entfaltungsraum.

Der Reformator selbst war ein geübter Sänger und Lautenspieler, konnte im polyphonen Stil seiner Zeit komponieren und war mit den Werken der Komponisten seiner Epoche bestens vertraut. Es ist durch seine Schriften bekannt, dass er der Musik neben der Theorie einen hohen Stellenwert einräumte. Sie habe seiner Meinung nach einen außerordentlichen moralischen und seelischen Einfluss auf den Menschen. So sei sie zum Beispiel ein wirksames Mittel gegen "Zorn, Zank, Haß, Neid, Geiz, Sorge, Traurigkeit und Mord", wie Luther in seiner Vorrede zu Gesangbüchern schrieb.

Grundsätzlich befürwortete Luther die praktische Musikausübung gegenüber der Musiktheorie und der Musikphilosophie. Er forderte eine aktivere Beteilígung der Gemeinde an der musikalischen Gestaltung des Gottesdienstes. Dafür sollten Teile der lateinischen Messe durch deutsche Lieder ersetzt werden, wobei auch die Musik den Besonderheiten der deutschen Sprache angepasst werden musste. Es sind annähernd 40 Lieder Luthers überliefert. Davon stammen bei mindestens 20 auch die Melodien vom Reformator selbst. Kompositorische Unterstützung erhielt er teilweise von dem kurfürstlichen Sangmeister Konrad Rupff und dem Kantor Johann Walter. Neben liturgischen Gesängen verwendetete er auch Melodien bekannter Volks-, Studenten- und Weihnachtslieder. Als "ureigenste Erfindung Luthers" bezeichnete Martin Rößler die Psalmlieder, mit denen die alten Gesänge und Gebete Israels für die Christen der Zeit Luthers modernisiert werden sollten. Die wohl bekanntesten Lieder sind "Vom Himmel hoch, da komm ich her", "Aus tiefster Not schrei ich zu dir" und das als "Marseillaise der Reformation" empfundene "Ein feste Burg ist unser Gott". Die Lutherchoräle erschienen erstmals 1523/24 im Achtliederbuch.

Luther sah die Musik als elementaren Bestandteil der schulischen und universitären Ausbildung. Sowohl Lehrer als auch Pfarrer sollten mindestens singen können und bestenfalls theoretische und praktische musikalische Fähigkeiten mitbringen. Immer wieder betonte er den pädagogischen Wert der Musik und forderte ihren Schutz und Förderung durch die Herrschenden. Diese zeitlosen Ansprüche haben bis in die Gegenwart bestand.

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