Mühlhausen

- Müntzerdenkmal in Mühlhausen
Wo Luthers Widerpart Müntzer wirkte und enthauptet wurde
Martin Luther war persönlich nie in der einstmals Freien Reichsstadt gewesen. Dass Mühlhausen dennoch in der Zeit der Reformation und des Deutschen Bauernkrieges eine wichtige Rolle spielte, hat Thomas Müntzer (um 1490 – 1525) bewirkt. Der anfangs von Luther geförderte Pfarrer hatte sich im Laufe der Jahre zu einem „Schwarmgeist“ gewandelt. Setzte Müntzer zur Durchsetzung notwendiger gesellschaftlicher Veränderungen auf Gewalt, so lehnte Luther dies rundum ab. Aufhalten aber konnte er die in den Bauernkrieg mündende Entwicklung nicht.
Thomas Müntzer gründete Anfang 1525 im Rathaus den „Ewigen Rat“. Es gelang ihm, die Stadt zum Thüringer Zentrum radikaler Reformer und deren Anhänger zu machen. Während der Schlacht bei Bad Frankenhausen gefangen genommen, wurde Müntzer in der Wasserburg Heldrungen unter Folter verhört und am 27. Mai in Mühlhausen hingerichtet. „Müntzer ging voll Zittern in den Tod und behauptete, indem er die Bibel hastig ergriff, er glaube alles, was in diesem Buch enthalten sei. Aber das genügt nicht“, urteilte Luther Jahre danach.
An Müntzer in Mühlhausen erinnern:
- Die Kirche St. Marien war Müntzers Predigtkirche. In dem gegenüber stehenden Deutschordenshof hatte er seinen Amts- und Wohnsitz;
- Das Rathaus mit der Großen Ratsstube. Das in dem mittelalterlichen Gebäudekomplex untergekommene Reichsstädtische Archiv bewahrt Dokumente zur Reformation und zum Bauernkrieg auf;
- Die Kornmarktkirche. In dem Mitte des 13. Jahrhunderts als Klosterkirche des Franziskanerordens entstandenen Gotteshaus wurde ein Bauernkriegsmuseum eingerichtet.
» Weitere Sehenswürdigkeiten und Informationen über Mühlhausen






