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Schmalkalden

Schmalkalden, Rathaus und Stadtkirche St. Georg

Luther und der Schmalkaldische Bund

Zur Zeit der Reformation stand die Stadt im Blickpunkt europäischer Politik. Landesherr Philipp von Hessen war einer der ersten protestantischen Fürsten und Widersacher Karls V. Philipp war davon überzeugt, dass nur ein Bündnis aller Protestanten Schutz gegen den Kaiser bieten kann. Der Schmalkaldische Bund wurde 1530 gegründet. Als „glanzvollster Fürstentag“ unter den Bundesversammlungen gilt der im Winter des Jahres 1537. 16 Fürsten, sechs Grafen, Gesandte des Kaisers, des Papstes, des französischen und des dänischen Königs, Vertreter von 28 Reichs- und Hansestädten, sowie 42 evangelische Theologen waren anwesend. Gemäß Auftrag des Kurfürsten von Sachsen, Johann Friedrich, legte Martin Luther Glaubenssätze vor, die als Schmalkaldische Artikel ab 1580 Eingang in das Konkordienbuch der evangelischen Kirche fanden.
In Begleitung des sächsischen Kurfürsten war mit Dr. Martin Luther am 7. Februar 1537 einer der bedeutendsten und populärsten Theologen jener Zeit zur Tagung des Bundes gekommen. Im Gepäck hatte er die „Artikel, darauf ich stehen muss und stehen will, bis in meinen Tod, ob Gott will, und weiß darinnen nichts zu ändern noch nachzugeben“, wie er in einem Brief schreibt. Luther musste die Stadt früher als geplant verlassen, da er „nicht über drei Tage gesund“ war. „Summa, ich bin tot gewest“, schrieb er Ehefrau Katharina.   

An Luther in Schmalkalden erinnern u.a.:

  • Das aus einer Steinernen Kemenate hervorgegangene Rathaus. Es war Gründungsstätte, und zwischen 1530 und 1543 wichtigste Beratungsstätte des Schmalkaldischen Bundes. Auf die Ereignisse im 16. Jahrhundert verweisen in der Rathausvorhalle die Wappen der Mitgliedstädte des Bundes und die von Wieland Förster 1996 geschaffene Lutherbüste; 
  • Die spätgotische Stadtkirche St. Georg. Im Februar/März 1537 predigten die namhaftesten protestantischen Theologen jener Zeit in der Kirche, darunter zweimal Martin Luther. Die als Lutherstübchen bezeichnete ehemalige Paramentenkammer beherbergt ein kleines Kirchenmuseum;  
  • Das Lutherhaus. In dem beeindruckenden Fachwerkbau wohnte Martin Luther während seines Aufenthaltes in der Stadt. Weil er krank war, hat Luther wichtige Leute hier empfangen und hier auch gepredigt. Am Lutherhaus beginnt ein nach Tambach-Dietharz führender Martin-Luther-Wanderweg; 
  • Der Hessenhof. Während der Tagung des Schmalkaldischen Bundes von 1537 war der „Hessenhof“ Verhandlungsstätte der protestantischen Theologen;
  • Die Wilhelmsburg - ein Juwel unter den Renaissance-Schlössern Deutschlands. Die Dauerausstellung des Schlossmuseums widmet sich auch der Reformation, Martin Luther und dem Schmalkaldischen Bund.

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Der Wanderweg entspricht in Teilen dem historischen Reiseweg Luthers. Herrliche Ausblicke, die Querung des legendären Rennsteigs, ein Schluck guten Wassers aus dem Lutherbrunnen, Erläuterungstafeln und manch´ Lutherspruch lassen die etwa fünfstündige Wanderung recht kurzweilig erscheinen. 

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