Jena

- Jena, Hanfried-Statue auf dem Marktplatz
In einer 90-minütigen Predigt rechnete Luther mit Karlstadt ab
Martin Luther war zwischen 1522 und 1537 mindestens elf Mal in Jena. Erstmals machte er hier am 3. März 1522 Station. Zu dieser Zeit lebte er als „Junker Jörg“ getarnt auf der Wartburg, musste aber unbedingt für einige Tage nach Wittenberg. Die geheime Mission blieb unerkannt. Riskant und unaufschiebbar waren auch Luthers Aufenthalte in Jena und weiteren Orten des Saaletales im August 1524. Sie waren verbunden mit dem Namen seines einstigen Verbündeten Andreas Bodenstein (1486-1541). Der Mann, der sich auch Karlstadt nannte, hatte Luthers gewaltlosen Weg theologischer Neuorientierung verlassen und war zu allem bereit, wie erste Übergriffe auf Klöster zeigten. In der dichtgefüllten Jenaer Stadtkirche rechnete Luther während einer 90-minütigen Predigt mit dem anwesenden Karlstadt ab – die eskalierende Situation änderte das nicht. Die 1558 gegründete Universität Jena ist ein – wenn auch spätes – Kind der Reformation.
An Luther in Jena erinnern:
- Die Stadtkirche St. Michael. Von der um 1500 entstandenen, mit Rankenornamenten geschmückten Kanzel, predigte Luther mehrfach. Dieser direkt gegenüber ist die Grabplatte für den Reformator aus der Werkstatt des Bronzegießers Johann Ziegler in Erfurt angebracht;
- Das Hotel „Schwarzer Bär“, in welchem Luther mehrfach übernachtete. Ein Gemälde im Foyer erinnert daran;
- Das 1858 geschaffene Denkmal für den Universitätsgründer Johann Friedrich I. (im Volksmund auch HanFried Denkmal);
- Das „Collegium Jenense“. Der aus einem Dominikanerkloster hervorgegangene Universitätskomplex umschließt Bausubstanz aus sieben Jahrhunderten.
» Weitere Sehenswürdigkeiten und Übernachtungsangebote in Jena






