Wartburg Eisenach

- Wartburg Eisenach
Lebt Luther noch, oder haben sie ihn gemordet?
Der bis in die Gegenwart populärste Bewohner der über 1.000 Jahre alten Wartburg bei Eisenach war Martin Luther. Während der Rückreise von Worms nach Wittenberg wurde er in der Nacht des 4. Mai 1521 in den Wäldern zwischen Möhra und Eisenach „Opfer“ eines vorgetäuschten Überfalls. Der päpstliche Bann und das vor seiner Verkündung stehende „Wormser Edikt“ waren für den um die Erneuerung der Kirche ringenden Martin Luther lebensbedrohlich geworden. Darum brachte man ihn auf die Sicherheit gewährende kurfürstlich-sächsische Wartburg. 300 Tage brachte er hier inkognito zu – teils verkleidet als „Junker Jörg“. Für die Öffentlichkeit wurde es scheinbar ruhig um den Reformator. Meldete er sich bei Eingeweihten doch brieflich, dann mit verschleiernden Absendern wie aus der „Region der Vögel“, aus dem „Luftrevier“, aus der „Wüstenei“ und „Einsiedelei“. Der Maler Albrecht Dürer, der offenbar nicht zu den wenigen Eingeweihten gehörte, fragt in seinem Tagebuch „lebt er noch oder haben sie ihn gemordet“? Er lebte – wenn auch zuweilen unter körperlichen Qualen, teuflischen Anfechtungen, Gefühlen ein Deserteur zu sein und in der Ohnmacht, die teils beunruhigenden Vorgänge „draußen“ nur brieflich begleiten und kommentieren zu können.
Die Lutherstube der Wartburg präsentiert sich im wesentlichen so wie zu Luthers „Haftzeit“. In der kleinen Zelle hatte Luther in nur wenigen Wochen den größten Teil der Bibel ins Deutsche übersetzt. Das insgesamt 222 Blätter im Folioformat umfassende Werk wurde sofort ein Bestseller; allein im Jahr 1522 erschienen 12 Nachdrucke.






