Bad Frankenhausen
- Bad Frankenhausen, Anger
Reformation und Bauernkrieg als Monumentalgemälde
Martin Luther war persönlich nie in der Stadt. Auf dem nahe der einstigen Residenzstadt sich erhebenden Schlachtberg fand die entscheidende Auseinandersetzung des Bauernkrieges statt. Sie endete für die Bauernheere mit einer katastrophalen Niederlage. Auf einem Areal des hier beginnenden Kyffhäusergebirges entstand Ende der 1980er-Jahre ein zylindrischer Bau, dessen Inneres ein Kunsterlebnis im Zauberberg der Geschichte verspricht: Das von Werner Tübke (1929-2004) geschaffene spektakuläre Monumentalgemälde „Frühbürgerliche Revolution in Deutschland.“ Unter den über 3.000 einzelnen Figuren des 14 mal 123 Meter großen Rundgemäldes sind im Vordergrund der szenischen Arrangements auch Martin Luther und dessen anfänglicher Weggefährte Thomas Müntzer (um 1490 – 1525) zu erkennen. Müntzer hatte als „Knecht Gottes wider die Gottlosen“ zum kompromisslosen Kampf gegen die Obrigkeit, zur Errichtung eines Gottesreiches der Auserwählten, des gemeinen Mannes aufgerufen und sich damit Luther zum Feind gemacht.
An Luther in Bad Frankenhausen erinnern:
- An den Resten der Stadtmauer, deren fünf Tore im 19. Jahrhundert geschleift worden sind, bezeichnet eine Gedenktafel das Haus, in welchem sich Thomas Müntzer bis zu seiner Gefangennahme verstecken konnte;
- Das 1215 von Friedrich von Beichlingen gestiftete Zisterzienser-Nonnenkloster mit Marienkirche wurde während des Bauernkrieges gestürmt und weitgehend zerstört. Reste davon sind in der Klosterstraße zu sehen;
- Im Schloss werden die lokalen Ereignisse während des Bauernkrieges museal präsentiert.
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