Nordhausen

- Rolandfigur, Nordhausen
Wenn ein Schwert blankgezogen worden wäre, wäre es losgegangen
In Nordhausen sind zwei Besuche Martin Luthers belegt. Außerdem wirkte hier sein späterer Widerpart Thomas Müntzer einige Monate als Prediger. Im April 1525 rief Luther während einer Predigt zum Gehorsam gegenüber der weltlichen Obrigkeit auf. Später erinnerte er sich, wie er die aufrührerischen Bauern zur Geduld mahnte, „indem er auf das Bild des gekreuzigten Christus wies. Aber einige spotteten ihn aus und läuteten mit Schellen. Wenn e i n Schwert blankgezogen worden wäre, wäre es losgegangen.“ Das veranlasste ihn zum Abbruch der Reise durch das thüringische Gebiet der Aufständischen. Danach entstand sein Pamphlet „Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern.“ Bereits 1516 hatte der Distriktvikar Martin Luther das hiesige Augustinerkloster visitiert. In der Stadt wurde 1493 Justus Jonas geboren. Er wurde enger Mitarbeiter Martin Luthers und Philipp Melanchthons, und einer der wichtigsten Organisatoren des evangelischen Kirchenwesens.
An Luther in Nordhausen erinnern:
- Die Kirche St. Blasii. In dem jüngst erst sanierten Gotteshaus hat Luther mehrfach gepredigt. Ein spätgotisches Kruzifix aus dem 14./15. Jahrhundert, eine Kopie des von Cranach gemalten Epitaphs für Bürgermeister Meyenburg sowie moderne Glasgemälde in den Chorfenstern seien hervorgehoben;
- Das Kunsthaus Meyenburg. Es ist benannt nach dem 1555 im Alter von 64 Jahren gestorbenen Stadtschreiber und Bürgermeister Michael Meyenburg. Für Nordhausen wurde der mit Melanchthon befreundete Meyenburg zur treibenden Kraft der Reformation. Zum Kunstgut des Hauses gehören auch Porträts von Luther- und Müntzer-Mitstreitern.
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