Gotha

- Gotha, Augustinerkloster
Wo Luther sein erstes Testament diktierte
Nach Gotha kam Martin Luther mehrfach. Dienstlich führte ihn die Visitation des Augustinerklosters her. Neben Bad Langensalza und Erfurt war Gotha eine der drei Klostergründungen von Augustinermönchen, die aus der Toscana nach Thüringen gekommen waren. Das im Frühjahr 1515 in Gotha zusammengekommene Ordenskapitel der deutschen Augustinerkongregation wählte Martin Luther zum Distriktsvikar über zehn (später elf) Konvente der Augustiner in Sachsen und Thüringen. Diese Tätigkeit soll er im Großen ebenso wie im scheinbar Kleinen, sogleich mit fester Hand angepackt haben. Oft und gern nutzte Luther Gotha als Haltepunkt während seiner Reisen nach, beziehungsweise von Worms, Marburg oder Schmalkalden. Ein erster Aufenthalt Luthers ist für Mai 1515 verbürgt, letztmalig weilte er 1540 hier. Als „Gothaer Reformator“ ging Friedrich Myconius (1491-1546) in die Geschichte ein. Myconius, mit dem Luther sich gern beraten hat, war nach Gotha gerufen worden, um „die stürmisch begonnene Reformation in seine Hand“ zu nehmen.
An Luther in Gotha erinnern u.a.:
- Das Augustinerkloster mit Augustinerkirche. Das jüngst erst sanierte und modernisierte Kloster ist trotz anderer Nutzung ein Ort der Stille. Die Augustinerkirche, in der Luther mehrfach predigte, wurde ab dem Jahr 1366 erbaut;
- Das sich dem Klosterkomplex direkt anschließende Myconiushaus gilt als das älteste erhalten gebliebene Wohnhaus Gothas;
- Die Löwenburg. Im Vorgängerbau des Hauses fand der kranke Luther Ende Februar/Anfang März 1537 Unterkunft. Hier ereilten ihn so heftige Anfälle, dass er bereits ein Testament diktierte.
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